Playlist-Pitching für unabhängige Artists

Der Ratgeber für Playlist-Pitching: wie Redaktionen, Algorithmen und Kuratoren arbeiten und wie du deinen Song richtig einreichst.

Dein Pitch-Kalender
  • Drei Wochen vorher Release beim Vertrieb anlegen, Pitch-Texte schreiben
  • Zehn Tage vorher Apple Music: Frist für volle Berücksichtigung
  • Eine Woche vorher Spotify: letzter Tag für den Pitch, sonst kein Release Radar
  • Am Release-Freitag Release Radar deiner Follower wird aktualisiert

Fristen laut Spotify for Artists und Apple Music for Artists. Ein Pitch ist eine Bewerbung, keine Garantie.

Seite A: die Themen

  1. A1Spotify Playlist Pitching Schritt für Schritt 5 Artikel So pitchst du einen unveröffentlichten Song über Spotify for Artists an die Playlist-Redaktion, inklusive Fristen und offizieller Regeln.
  2. A2Playlist-Pitching über den Vertrieb 3 Artikel Wie Pitching jenseits von Spotify funktioniert: Apple Music Pitch, Amazon Music for Artists, Deezer for Creators und was dein Vertrieb übernimmt.
  3. A3Spotify-Algorithmus und algorithmische Playlists 3 Artikel Wie personalisierte Playlists bei Spotify entstehen, welche Signale offiziell belegt sind und wie du als Artist darauf hinarbeitest.
  4. A4Spotify Playlist-Kuratoren 2 Artikel Wie du unabhängige Playlists findest, die zu deiner Musik passen, sie vor dem Kontakt prüfst und eine Liste aufbaust, die für mehrere Releases trägt.
  5. A5In Spotify-Playlists kommen 3 Artikel Der Gesamtplan für Playlists: welche Wege es gibt, in welcher Reihenfolge du sie angehst und was du realistisch erwarten kannst.

Playlist-Pitching ist der Weg, über den du einen neuen Song den Menschen vorlegst, die über Playlists entscheiden: den Redaktionen von Spotify, Apple Music, Amazon Music und Deezer, dazu unabhängigen Kurator*innen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie das bei jeder Plattform abläuft, welche Fristen gelten und wie du einen Pitch schreibst, der deinen Song verständlich beschreibt.

Eine Sache vorab, weil sie alles andere prägt: Kein Pitch garantiert eine Platzierung. Spotify schreibt das wörtlich in seine Hilfe. Was du steuern kannst, ist die Vorbereitung. Wer früh dran ist, saubere Daten liefert und seinen Song klar beschreibt, gibt den Redaktionen und Algorithmen alles, was sie brauchen.

Was Playlist-Pitching eigentlich ist

Playlist-Pitching bedeutet: Du reichst einen noch unveröffentlichten Song mit Informationen zu Genre, Stimmung, Story und Marketing bei einer Playlist-Redaktion ein. Die Redaktion hört rein und entscheidet, ob er irgendwo passt.

Bei Spotify machst du das selbst im Tool Spotify for Artists. Spotify nennt das sogar den einzigen Weg, neue Musik für Playlists einzureichen. Bei Apple Music, Amazon Music und Deezer liegen die Pitch-Werkzeuge bei Labels und Vertrieben oder in eigenen Artist-Portalen mit eigenen Regeln. Die Unterschiede erklären wir im Ratgeber zum Playlist-Pitching über den Vertrieb.

Daneben gibt es Playlists, die keine Redaktion pflegt: algorithmische Playlists wie Release Radar und Discover Weekly sowie Playlists von Hörerinnen und unabhängigen Kuratorinnen. Für jede dieser Gruppen gilt eine andere Logik.

Die drei Arten von Playlists

Spotify selbst unterscheidet redaktionelle, personalisierte und von Hörer*innen erstellte Playlists. Diese Einteilung hilft dir, deine Energie richtig zu verteilen.

Playlist-ArtWer entscheidetWie du Einfluss nimmst
Redaktionell (Editorial)Playlist-Redaktion der PlattformPitch vor dem Release
Personalisiert / algorithmischAlgorithmus auf Basis des HörverhaltensFollower aufbauen, Hörer*innen zum Speichern bringen, Pitch für den Release Radar
Personalisiert-redaktionellRedaktion wählt einen Song-Pool, Algorithmus verteilt ihnPitch, dazu gutes Hörverhalten
Von Hörerinnen oder KuratorinnenEinzelne MenschenDirekter Kontakt, eigene Fans, eigene Playlist

Mehr zu den Redaktionen findest du unter Spotify Editorial Playlists, mehr zur Maschine dahinter im Ratgeber zu den Spotify-Algorithmus-Playlists.

Spotify for Artists: der wichtigste Pitch

Der Pitch bei Spotify ist für die meisten unabhängigen Artists der Startpunkt, weil du ihn selbst und kostenlos machen kannst. Du meldest dich bei Spotify for Artists an, öffnest den Tab „Musik“, dann „Demnächst“, wählst den Song und füllst das Formular aus.

Die offiziellen Regeln sind übersichtlich:

  • Der Song muss unveröffentlicht sein. Ist er live, kannst du ihn nicht mehr pitchen.
  • Du pitchst immer nur einen Song gleichzeitig. Ist dieser Song live, kannst du den nächsten pitchen.
  • Compilations und Songs, auf denen du nur Featured Artist bist, kannst du nicht pitchen.
  • Pitchst du mindestens 7 Tage vor Release, landet der Song im Release Radar deiner Follower.
  • Den Pitch kannst du bis zum Release-Tag bearbeiten, ob die Redaktion die Änderung sieht, ist aber offen.

Den kompletten Ablauf erklärt der Ratgeber zum Spotify Playlist Pitching. Wie du die einzelnen Felder ausfüllst, steht unter Spotify-Pitch-Formular, und konkrete Formulierungen findest du bei den Spotify-Pitch-Beispielen.

Apple Music, Amazon Music und Deezer

Bei den anderen großen Plattformen läuft das Pitching anders als bei Spotify, und für unabhängige Artists meistens über den Vertrieb. Apple Music Pitch steht Nutzer*innen mit Admin- oder Marketing-Manager-Rolle in Apple Music for Partners offen. Apple nennt mindestens 10 Tage Vorlauf für volle Berücksichtigung und 7 Tage für späte Ergänzungen.

Amazon Music for Artists erlaubt Owner- und Admin-Accounts einen Track pro neuem Release, und zwar bis zu 14 Tage nach dem Veröffentlichungstag. Deezer hat ein eigenes Pitching Tool in Deezer for Creators und empfiehlt, Pitch und Lieferung 7 Tage vor Release fertig zu haben.

Details findest du in den Ratgebern zu Apple Music Playlist Pitch, Amazon Music Pitch und Deezer-Pitching.

Algorithmen: Release Radar, Discover Weekly und Co.

Viele Streams aus Playlists kommen nicht aus redaktionellen Listen, sondern aus personalisierten. Spotify zählt in seinen Stream-Quellen Discover Weekly, Release Radar, Radio, Autoplay, Daily Mix, daylist und AI DJ zu den algorithmischen Quellen.

Hier gibt es keinen Pitch im engeren Sinn. Du beeinflusst diese Listen über deine Follower, über das Verhalten deiner Hörer*innen und über den Release Radar, den du per Pitch gezielt mit deinem Wunsch-Song bestückst. Mehr dazu unter Release Radar, Discover Weekly und Spotify Radio und Daily Mix.

Unabhängige Kurator*innen

Neben den Plattformen gibt es Menschen, die eigene Playlists mit treuen Hörer*innen pflegen. Sie kannst du direkt anschreiben, auch nach dem Release. Das kostet Zeit und Fingerspitzengefühl, kann aber gerade in Nischen-Genres viel bringen.

Wichtig ist, gute von schlechten Kontakten zu unterscheiden. Eine Playlist mit hoher Follower-Zahl, aber ohne echte Hörerinnen bringt dir nichts. Wie du Kuratorinnen findest, prüfst und anschreibst, erklären die Ratgeber Playlist-Kuratoren, Kuratoren anschreiben und seriöse Kuratoren erkennen. Gekaufte Platzierungen sind übrigens kein Thema dieser Seite. Sie verstoßen gegen die Regeln der Plattformen, und wir raten davon ab.

Ein realistischer Zeitplan

Für Playlist-Pitching zählt vor allem Vorlauf. Angenommen, deine Single erscheint an einem Freitag in vier Wochen. So könnte dein Plan aussehen:

ZeitpunktWas du erledigst
Vier bis sechs Wochen vorherSong an den Vertrieb liefern, Metadaten prüfen, Pitch-Text vorbereiten
Drei bis vier Wochen vorherPitch in Spotify for Artists abschicken, Pitch für Apple, Amazon, Deezer über den Vertrieb klären
Zwei Wochen vorherPre-Save-Link teilen, Content vorbereiten, Kurator*innen-Liste fertig machen
Release-TagSong in die eigene Playlist, Social Posts, Fans aktivieren
Ein bis vier Wochen danachKurator*innen anschreiben, Statistik in Spotify for Artists auswerten

Warum diese Abstände sinnvoll sind, steht im Ratgeber Spotify-Pitch: wie lange vorher.

Was du selbst steuern kannst

Den Ausgang eines Pitches entscheidest du nicht. Diese Dinge liegen aber komplett bei dir:

  • Rechtzeitig liefern. Ohne Lieferung kein Pitch, und ein Pitch zwei Tage vor Release verpasst den Release Radar.
  • Den richtigen Song wählen. Bei einer EP oder einem Album pitchst du einen Song. Nimm den, der dich am besten repräsentiert.
  • Klar beschreiben. Genre, Stimmung, Story und Herkunft helfen der Redaktion, deinen Song einzuordnen.
  • Follower aufbauen. Jede Person, die dir folgt, bekommt deinen neuen Song im Release Radar.
  • Eine eigene Playlist pflegen. Damit hast du immer einen Ort, an dem dein neuer Song sofort steht. Wie das geht, erklärt der Ratgeber eigene Playlist erstellen als Musiker.
  • Auswerten. In Spotify for Artists siehst du, in welchen Playlists du gelandet bist. Wie du die Zahlen liest, steht unter Playlist-Erfolg messen.

Den Gesamtplan mit allen Bausteinen findest du im Ratgeber In Spotify-Playlists kommen.

Wenn es nicht klappt

Die meisten Pitches enden ohne redaktionelle Platzierung. Das ist kein Urteil über deine Musik, sondern Alltag. Die Redaktionen bekommen sehr viele Einreichungen und antworten in der Regel nicht einzeln. Was du nach einem Pitch ohne Ergebnis tun kannst und wie du den nächsten besser vorbereitest, erklärt der Ratgeber Spotify-Pitch abgelehnt.

Und wenn du überlegst, für Pitching Geld auszugeben: Der Pitch über Spotify for Artists ist kostenlos. Bezahlte Angebote reichen von Vertrieben, die für dich bei Apple oder Amazon einreichen, bis zu Kurator*innen-Plattformen. Worauf du achten solltest, steht unter Playlist-Pitching-Kosten.

Für wen dieser Ratgeber ist

Selected Plays richtet sich an unabhängige Artists und Producer, die ihre ersten oder zweiten Songs veröffentlichen: Rap, Pop, Electronic, Singer-Songwriter, Bedroom-Producer. Wir erklären die Regeln so, wie die Plattformen sie selbst veröffentlichen, und sagen dir offen, wo es keine verlässlichen Zahlen gibt.

Fang am besten mit dem Spotify Playlist Pitching an, wenn dein nächster Release schon geplant ist. Wenn du noch Zeit hast, lohnt sich zuerst ein Blick auf die Algorithmus-Playlists, denn dort entscheidet sich langfristig, wie viele neue Hörer*innen dich finden.

Häufige Fragen

Was ist Playlist-Pitching?

Playlist-Pitching heißt, dass du einen unveröffentlichten Song mit Infos zu Sound, Story und Marketing bei den Playlist-Verantwortlichen einreichst. Bei Spotify geht das selbst über Spotify for Artists, bei Apple Music, Amazon Music und Deezer meistens über deinen Vertrieb. Eine Aufnahme in eine Playlist ist dabei nie garantiert.

Ist Playlist-Pitching bei Spotify kostenlos?

Ja, der Pitch über Spotify for Artists kostet nichts. Du brauchst nur Zugriff auf dein Artist-Profil mit Admin- oder Editor-Rechten und einen Song, der noch nicht veröffentlicht ist.

Wie lange vor dem Release muss ich pitchen?

Spotify verlangt mindestens 7 Tage vor Release, damit der Song im Release Radar deiner Follower landet und die Redaktion Zeit zum Hören hat. Apple nennt für volle Berücksichtigung 10 Tage. Plane lieber drei bis vier Wochen Vorlauf ein, damit du nicht unter Druck gerätst.

Kann ich einen bereits veröffentlichten Song pitchen?

Bei Spotify nicht: Sobald ein Song live ist, kannst du ihn nicht mehr über Spotify for Artists pitchen. Amazon Music nimmt Pitches laut eigener Seite bis zu 14 Tage nach dem Veröffentlichungstag an. Unabhängige Kuratoren kannst du jederzeit anschreiben.

Garantiert ein guter Pitch eine Playlist-Platzierung?

Nein. Spotify schreibt selbst, dass ein Pitch keine Platzierung garantiert und die Redaktion sogar einen anderen Song aus deinem Release wählen kann. Ein guter Pitch erhöht nur die Chance, dass dein Song richtig eingeordnet wird.

Seite B: alle Ratgeber

  1. B1Spotify-Pitch Beispiele und Vorlagen 6 Min. Sechs ausformulierte Beispiel-Pitches für fiktive Songs, dazu ein Bauplan, mit dem du deinen eigenen Pitch-Text schreibst.
  2. B2Das Spotify-Pitch-Formular ausfüllen 6 Min. Feld für Feld durch das Pitch-Formular in Spotify for Artists: was Spotify abfragt und wie du die Angaben so wählst, dass dein Song richtig eingeordnet wird.
  3. B3Spotify-Pitch: wie lange vorher? 6 Min. Die offizielle Frist für Spotify-Pitches, was nach Release noch geht und ein Zeitplan, mit dem du nie wieder zu spät dran bist.
  4. B4Spotify Editorial Playlists verstehen 6 Min. Redaktionelle Playlists bei Spotify erklärt: wer sie macht, woran du sie erkennst und wie dein Song in einen redaktionellen Song-Pool kommt.
  5. B5Spotify-Pitch abgelehnt: was jetzt? 6 Min. Kein Platz in einer redaktionellen Playlist? So liest du das Ergebnis richtig und holst trotzdem das Beste aus deinem Release heraus.
  6. B6Apple Music Playlist Pitch 6 Min. So kommt dein Song zur Apple-Music-Redaktion: Apple Music Pitch, Rollen, Fristen, Angaben und was du als unabhängiger Artist selbst vorbereitest.
  7. B7Amazon Music Pitch mit Amazon Music for Artists 6 Min. Bei Amazon Music kannst du sogar nach dem Release noch pitchen. So funktioniert der Pitch in Amazon Music for Artists und was hinein gehört.
  8. B8Deezer Pitching für unabhängige Artists 6 Min. Wie das Pitching Tool in Deezer for Creators funktioniert, welche Fristen Deezer empfiehlt und welche Rolle dein Vertrieb spielt.
  9. B9Release Radar für Artists 6 Min. Alles, was du als Artist über den Release Radar wissen musst: offizielle Regeln, die Rolle des Pitches und wie du deine Follower-Basis aufbaust.
  10. B10Discover Weekly aus Sicht von Artists 6 Min. Discover Weekly ist jeden Montag neu und für jede Person anders. Was Spotify dazu offiziell sagt und wie du realistisch darauf hinarbeitest.
  11. B11Spotify Radio, Daily Mix und Autoplay 6 Min. Die weniger bekannten algorithmischen Quellen bei Spotify: was hinter Radio, Daily Mix, Autoplay, daylist und AI DJ steckt und wie du sie nutzt.
  12. B12Playlist-Kuratoren anschreiben 6 Min. So schreibst du Kurator*innen eine Nachricht, die gelesen wird: Aufbau, Beispiele für E-Mail und Direktnachricht, Nachfassen und was du vermeidest.
  13. B13Seriöse Playlist-Kuratoren erkennen 6 Min. Eine praktische Prüfliste, mit der du gute Playlists von leeren Hüllen unterscheidest, bevor du Zeit in einen Kontakt steckst.
  14. B14Eigene Playlist erstellen als Musiker 6 Min. Wie du als Artist eine Playlist baust, die Hörer*innen gern abonnieren, sie auf deinem Spotify-Profil zeigst und für jeden Release nutzt.
  15. B15Playlist-Erfolg messen 6 Min. So liest du die Playlist-Daten in Spotify for Artists richtig: Playlist-Liste, Stream-Quellen, Grenzen der Daten und eine Auswertung nach jedem Release.
  16. B16Playlist-Pitching: Kosten und kostenlose Wege 6 Min. Welche Teile des Playlist-Pitchings nichts kosten, wofür Geld fällig werden kann und wie du ein Angebot prüfst, bevor du zahlst.